Die Rolle des Mikrobioms bei Darmbeschwerden
Viele Menschen leiden unter wiederkehrenden Bauchbeschwerden ohne klare Ursache. Oft stellt sich heraus, dass das Gleichgewicht der Bakterien im Darm gestört ist. Ein solches Ungleichgewicht kann zu Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen oder schwankenden Stuhlgängen führen, aber auch zu chronischen Erkrankungen wie IBS, IBD oder Colitis ulcerosa.
Dr. Schreuder, MDL-Arzt, erklärt, wie das Mikrobiom mit Magen-Darm- und Leberproblemen zusammenhängen kann.
Chronischer Durchfall
Dünner, ungeformter Stuhl, der nicht gehalten werden kann, können plötzlich (akut) auftreten, können aber auch eine langfristige Beschwerden oder Erkrankung (chronisch) sein. Forschungen zeigen, dass durch die Anpassung des Mikrobiom mit Probiotika die Symptome von Durchfall reduziert werden können.
Colitis ulcerosa
Eine chronische Entzündung der Schleimhaut des Dickdarms. Bei diesem Zustand stimmt etwas grundlegend nicht in der Interaktion zwischen Immunsystem und Mikrobiom, und die Zusammensetzung des Mikrobioms beeinflusst dies. Die Korrektur durch Probiotika oder Stuhltransplantation scheint die Symptome zu verbessern.
Entzündliche Darmerkrankung (IBD)
Der Sammelname für zwei Darmerkrankungen: Morbus Crohn (chronische Entzündung des gesamten Verdauungstrakts) und Colitis ulcerosa (Entzündung des Dickdarms)
Unter diesen Bedingungen stimmt etwas grundlegend nicht in der Interaktion zwischen Immunsystem und Mikrobiom, und die Zusammensetzung des Mikrobioms beeinflusst dies. Die Korrektur durch Probiotika oder Stuhltransplantation scheint die Symptome zu verbessern.
Reizbarer Darm (IBS), spastischer Darm
10 bis 15 % der Niederländer haben IBS-Symptome. Zu den Symptomen gehören Bauchschmerzen, Blähungen und ein abnormales Stuhlmuster: Verstopfung, Durchfall oder beides.
Menschen mit reizbarem Darm haben oft eine verminderte Vielfalt und eine veränderte Zusammensetzung des Mikrobioms. Reizdarm entwickelt sich häufig nach einer Darminfektion oder nach der Einnahme von Antibiotika.
SIBO
SIBO (Dünndarmbakterienüberwucherung) ist ein Zustand, bei dem es zu einem Überwuchern von Bakterien im Dünndarm kommt. Dies kann zu Beschwerden wie Blähungen, Bauchschmerzen und schwankendem Stuhl führen. SIBO weist viele Ähnlichkeiten mit dem Reizdarmsyndrom (IBS) auf.
Die Behandlung von SIBO bezieht sich oft auf Ernährung, Lebensstil und das Gleichgewicht der Bakterien im Verdauungssystem. Die Diagnose wird auf Grundlage von Beschwerden und zusätzlichen Untersuchungen gestellt. Während eine Stuhlanalyse Hinweise auf die Darmgesundheit liefern kann, liefert ein Atemtest oft mehr Klarheit über das Vorhandensein von SIBO.
Eine Mikrobiomanalyse kann zusätzliche Einblicke in die Zusammensetzung des Darmmikrobioms liefern und mögliche Aufmerksamkeitspunkte aufzeigen.
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