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Fibromyalgie, Multisystemerkrankungen

Eindruck der Veröffentlichungen zur Relevanz des Mikrobioms

Neben klar definierten Krankheiten gibt es verschiedene Zustände oder Syndrome, die weniger eindeutig sind, aber für den Patienten sehr einschränkend sein können. Diese werden oft als Multisystemerkrankungen bezeichnet, und auch chronische systemische Entzündungen spielen hier eine wichtige Rolle. Aufgrund der Beteiligung des Immunsystems und seiner Vernetzung mit dem Mikrobiom ist es nicht überraschend, dass auch hier Beziehungen zu einem gestörten Mikrobiom gefunden werden. Fibromyalgie und ME/CFS sind Beispiele für multisystemische Erkrankungen.

Fibromyalgie

Diese oft stark beeinträchtigende Erkrankung ist gekennzeichnet durch weit verbreitete Schmerzen, Müdigkeit und niedriges Energieniveau (1). Nicht zu unterschätzen sind auch die häufigen psychischen Beschwerden, die unter dem Begriff "Gehirnnebel, Fibrofog" zusammengefasst werden und Patienten unkonzentriert und vergesslich machen, was oft noch größere Auswirkungen auf das Leben der Patienten hat als Schmerzen und Erschöpfung (2). Es gibt immer noch viel Unsicherheit über die Ursache der Fibromyalgie, aber sie wird oft als eine gestörte Funktion des zentralen Nervensystems angesehen, wobei Schmerzsignale deutlich stärker eintreffen als bei gesunden Menschen (3). Das mag nach etwas klingen, das wenig mit dem Mikrobiom zu tun hat, aber es darf nicht vergessen werden, dass das Nervensystem im Darm sehr umfangreich ist und es eine enge Beziehung zwischen Gehirn und Darm gibt (4,5). Auffällig ist auch, dass ein großer bis sehr großer Anteil der Fibromyalgie-Patienten (30–75 %) ebenfalls IBS-Beschwerden hat (6). Darüber hinaus gibt es Hinweise darauf, dass Fibromyalgie-Patienten bakterielle Störungen im Dünndarm haben (4,6), und das Ausmaß dieses Auftretens korreliert mit der Intensität der Schmerzsymptome (7).

Myalgische Enzephalomyelitis (ME) und chronisches Erschöpfungssyndrom (CFS)

ME/CFS steht im Zusammenhang mit Fibromyalgie, aber der Fokus des Symptommusters ist unterschiedlich. Patienten mit ME/CFS sind oft schwer erschöpft, haben keinen erholsamen Schlaf und erleben nach körperlicher Anstrengung Müdigkeit und Unbehagen (8). Da ME/CFS sich in etwa 80 % der Fälle nach einer Infektion entwickelt (9), wird diese Erkrankung weiter unter postakuten Infektionssyndromen (PAIS) behandelt.

Quellen

  1. Clauw DJ. Fibromyalgie: Eine klinische Übersicht. JAMA 2014;311:1547.
  2. Kravitz HM, Katz RS. Fibrofog und Fibromyalgie: eine narrative Übersicht und Implikationen für die klinische Praxis. Rheumatol Int 2015; 35:1115–25.
  3. Clauw DJ, D'Arcy Y, Gebke K, Semel D, Pauer L, Jones KD. Normalisierung von Fibromyalgie als chronische Krankheit. Postgraduiertes Medizinstudium 2018; 130:9–18.
  4. Galland L. Das Darmmikrobiom und das Gehirn. J Med Food 2014; 17:1261–72.
  5. Zhu X, Han Y, Du J, Liu R, Jin K, Yi W, Zhu X, Han Y, Du J, Liu R, u.a. Mikrobiota-Darm-Gehirn-Achse und das zentrale Nervensystem. Oncotarget 2017; 8:53829–38.
  6. Othman M, Agüero R, Lin HC. Veränderungen der intestinalen mikrobiellen Flora und menschliche Krankheiten. Curr Opin Gastroenterol 2008;24:11.
  7. Malatji BG, Meyer H, Mason S, Engelke UFH, Wevers RA, van Reenen M, Reinecke CJ. Ein diagnostisches Biomarkerprofil für das Fibromyalgie-Syndrom basierend auf einer NMR-Metabolomik-Studie ausgewählter Patienten und Kontrollpersonen. BMC Neurol [Internet] 2017 [zitiert 3. Februar 2018];17. Verfügbar bei: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5426044/
  8. AC besiegt, Marshall LM. Übersicht über Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Erschöpfungssyndrom: ein evidenzbasierter Ansatz zur Diagnose und Behandlung durch Kliniker. Pfarrer Environ Health 2015; 30:223–49.
  9. Arron HE, Marsh BD, Kell DB, Khan MA, Jaeger BR, Pretorius E. Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Erschöpfungssyndrom: die Biologie einer vernachlässigten Krankheit. Front-Immunol 2024;15:1386607.

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Wissen & Treffen

Das Microbiome Center organisiert regelmäßig Intervisionen, Webinare und Wissenstreffen für Ärzte und Fachkräfte. Die Sitzungen richten sich sowohl an medizinische Fachkräfte, die sich mit Mikrobiomtherapie auseinandersetzen, als auch an erfahrene Fachkräfte, die ihr Wissen vertiefen möchten.