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Zöliakie ist nicht nur genetisch bedingt

Zöliakie wird oft als eine genetisch bedingte Krankheit angesehen. Sie ist eine chronische systemische Autoimmunerkrankung, die durch den Verlust der Toleranz gegenüber Nahrungs-Gluten gekennzeichnet ist. Obwohl sie bei genetisch veranlagten Personen auftritt, entwickelt nicht jeder mit dieser Veranlagung die Krankheit, und es gibt erhebliche Unterschiede sowohl im Erkrankungsalter als auch im Schweregrad der Symptome (1). Die einzige verfügbare Behandlung ist eine glutenfreie Ernährung (GFD), aber 30–40 % der Patienten, die eine GFD einhalten, haben weiterhin Symptome (1). Eine große Menge an Forschungsergebnissen zeigt, dass das Darmmikrobiom eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung der Zöliakie spielt (1,2). So ist bekannt, dass eine Dysbiose des Darms dem Krankheitsbeginn vorausgeht, während genetisch veranlagte Personen ohne Dysbiose gesund bleiben (3,4). Außerdem ist bekannt, dass eine GFD einen positiven Einfluss auf die Zusammensetzung und Funktion des Mikrobioms hat, dieses jedoch nicht vollständig wiederherstellt (5). Es kann argumentiert werden, dass der positive Effekt der GFD zumindest teilweise auf ihre Wirkung auf das Darmmikrobiom zurückzuführen ist und nicht nur auf das Fehlen immunreaktiver Glutenproteine. Im Einklang damit kommen wissenschaftliche Studien zu dem Schluss, dass es sinnvoll ist, die Behandlung des Darmmikrobioms bei Patienten mit Zöliakie in Betracht zu ziehen.

Neue probiotische Stamm lindert Symptome von Zöliakie und Glutenunverträglichkeit

Leider wurden nur wenige Probiotika hinsichtlich ihrer Wirkung auf Zöliakie untersucht, mit nur wenigen Ausnahmen. Der derzeit am besten untersuchte probiotische Stamm bei Zöliakie ist Bifidobacterium longum ES1 (CETCT 7374). Etwa ein Dutzend In-vitro- und Tierstudien haben gezeigt, dass dieser Stamm Gliadin abbauen und Immunreaktionen auf Gluten modulieren kann (siehe z. B. 6–8). Darüber hinaus zeigte eine kleine randomisierte kontrollierte Studie bei Kindern mit neu diagnostizierter Zöliakie, die GFD mit GFD + B. longum ES1 verglich, dass in der Probiotika-Gruppe wichtige Verbesserungen in spezifischen Immunzellen gefunden wurden, die an den Krankheitssymptomen beteiligt sind (9). Zudem waren die proinflammatorischen Zytokine in der Gruppe, die B. longum ES1 erhielt, deutlich niedriger (9). Eine offene Studie bei Patienten mit Nicht-Zöliakie-Glutenunverträglichkeit zeigte außerdem, dass im Vergleich zu nur GFD die Gruppe mit GFD + B. longum ES1 eine stärkere Verbesserung der gastrointestinalen Symptome aufwies (10). Dieser Stamm ist nun auf der Microbiome Center-Plattform verfügbar. Obwohl er eine GFD nicht ersetzen kann, kann er Patienten mit Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit dabei unterstützen, Symptome weiter zu lindern. Dieser interessante probiotische Stamm weist außerdem qualitativ hochwertige Evidenz für eine Wirkung bei Reizdarmsyndrom (RDS) einschließlich Durchfall und Bauchschmerzen (11,12) sowie bei verschiedenen anderen Indikationen auf. Weitere Informationen finden Sie in der detaillierten Beschreibung hinter dem i-Button auf der Microbiome Center-Plattform.

Referenzen:

  1. https://doi.org/10.3389/fmedt.2024.1413637
  2. https://doi.org/10.1007/s00430-017-0496-z
  3. https://doi.org/10.1073/pnas.2020322118
  4. https://doi.org/10.1128/spectrum.01468-24
  5. https://doi.org/10.3390/nu14102083
  6. https://doi.org/10.1021/jf201212m
  7. https://doi.org/10.1016/j.ijbiomac.2010.06.015
  8. https://doi.org/10.1189/jlb.1111581
  9. https://doi.org/10.1017/S0007114514000609
  10. https://doi.org/10.23736/S1121-421X.20.02673-2
  11. https://doi.org/10.1080/19490976.2024.2338322
  12. https://doi.org/10.3390/jcm9082353
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