Das Metabolom: eine neue Ebene der Präzision bei der Therapieauswahl
Im vergangenen Jahr hat unser Partner Biovis die Metabolomanalyse eingeführt. Diese misst Metaboliten, die von Mikroorganismen im Darm produziert werden. Dadurch verschiebt sich der Fokus der Analyse von der Frage „Wer ist vorhanden?“ hin zu „Was machen sie?“. Dies fügt eine zusätzliche Ebene der Präzision hinzu, die die personalisierte Behandlung von Patienten unterstützen kann, da sie mehr zeigen kann als nur die Häufigkeit bestimmter Mikroorganismen.
So kann es beispielsweise vorkommen, dass in der Mikrobiomanalyse kein einzelner Pathogen in hoher Häufigkeit vorhanden ist und auch Proteobakterien niedrig sind, während die Metabolomanalyse hohe Werte toxischer Metaboliten zeigt. In einem solchen Fall liefert dies einen Hinweis auf überaktive Pathogene, der ansonsten möglicherweise übersehen worden wäre, obwohl diese wichtige Therapieziele darstellen.
Möglicherweise haben Sie den Abschnitt „Metabolom“ bereits in der traditionellen Biovis-Mikrobiomanalyse gesehen. Dort wurden jedoch nicht die tatsächlichen Metaboliten gemessen, sondern die Häufigkeit von Bakterien, die bestimmte Metaboliten produzieren können (z. B. TMA/TMAO oder Equol). Die neue Metabolomanalyse misst hingegen die Metaboliten selbst.
Die Metabolomanalyse ist separat verfügbar oder als sogenannte Microbolome-Analyse, die Mikrobiom- und Metabolommessungen kombiniert.
Einfache Umsetzung von Metabolom-Ergebnissen in Therapieentscheidungen
Die Biovis-Metabolomanalyse liefert bereits seit einiger Zeit wertvolle Erkenntnisse, und Microbiome Center hat die Umsetzung dieser Ergebnisse in gezielte Therapieempfehlungen nun vereinfacht. Wir haben die Ergebnisse der Metabolomanalyse in unsere Beratungshilfe integriert. Dadurch wird es möglich, (1) beim Import der Biovis-Daten automatisch Bewertungen zu erstellen und (2) die Metabolom-Ergebnisse direkt in die personalisierte Behandlung einzubeziehen.
Um die Metabolom-Ergebnisse mit Inhaltsstoffen zu verknüpfen, haben wir den Ansatz verwendet, den wir seit Jahren anwenden und kürzlich in Beneficial Microbes veröffentlicht haben. Dabei bewerten wir sämtliche verfügbare Evidenz zu allen Inhaltsstoffen und haben die Effekte, nach denen wir die wissenschaftliche Literatur durchsuchen, nun auf Wirkungen auf Metaboliten erweitert. So zeigt wissenschaftliche Forschung beispielsweise, dass unser Bifidobacterium adolescentis SH001 über die Gene zur Produktion von GABA verfügt und dieser Stamm sich in vitro besonders durch eine hohe GABA-Produktion auszeichnet. Ein weiteres Beispiel ist unser E. coli MC231, der Indol und verschiedene Indolderivate produzieren, aber auch die Serotoninproduktion stimulieren kann.
Genau wie bereits bei Beschwerden, medizinischem Hintergrund und Stuhlanalyse-Ergebnissen haben wir all diese Effekte auf Metaboliten für jeden Inhaltsstoff in unsere Beratungshilfe integriert. Der Algorithmus berücksichtigt diese Informationen bei der Erstellung eines Vorschlags für eine personalisierte Behandlung. Dadurch werden Metabolom-Daten automatisch einbezogen und es ist für Sie als Behandler sehr einfach geworden, diese Daten gezielt in der Patientenbehandlung einzusetzen.
