Neue Zutat
Auf Wunsch mehrerer Kolleginnen und Kollegen haben wir 2′-Fucosyllactose (2’FL) zur Liste der auswählbaren Zutaten hinzugefügt. 2’FL ist ein sogenanntes „Human Milk Oligosaccharide“ und kommt natürlicherweise in Muttermilch vor. Solche Oligosaccharide aus der Muttermilch tragen zur Entwicklung des Mikrobioms und zur Modulation des Immunsystems bei. Es wird angenommen, dass diese Effekte auch bei Erwachsenen auftreten, und 2′-Fucosyllactose wurde bei Erwachsenen als sicher eingestuft (1). Ein interessanter Aspekt dieser Substanz ist, dass präklinische Hinweise zeigen, dass Akkermansia muciniphila auf 2’FL wachsen kann (2–4), was darauf hindeutet, dass 2’FL eine der wenigen Substanzen ist, die diese wichtige Bakterienart stimulieren können. Akkermansia muciniphila ist ein gesundheitsfördernder Bakterienstamm, der Mucin abbaut, dadurch eine gesunde Darmwand unterstützt und bei Krankheiten oft stark vermindert ist (5,6). Es ist daher nicht überraschend, dass präklinische Studien zeigen, dass 2’FL die Barrierefunktion des Darms verbessert (7,8). Darüber hinaus gibt es einige Hinweise aus Humanstudien auf eine entzündungshemmende Wirkung (9), auf Allergien (10) und Atemwegsinfektionen (11). Weitere Nachweise und Informationen finden Sie in der Beschreibung dieser Zutat in unserem System.
Rolle des Darmmikrobioms bei Psoriasis
Obwohl Psoriasis als Hautkrankheit bekannt ist, gibt es mehrere Hinweise darauf, dass das Darmmikrobiom eine Rolle spielt (12,13). Dies hängt vermutlich mit der gestörten Immunregulation und der niedriggradigen systemischen Entzündung bei Psoriasis zusammen (14,15). Viele der bei Psoriasis beobachteten Komorbiditäten – wie Typ-2-Diabetes, nicht-alkoholische Fettleber, Depression, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Morbus Crohn (14,15) – stehen im Zusammenhang mit den Kernfaktoren des metabolischen Syndroms: systemische niedriggradige Entzündung und Insulinresistenz. Auch Insulinresistenz wurde bei Psoriasis festgestellt (16,17). Es ist bekannt, dass das Darmmikrobiom eine wichtige Rolle bei diesen zugrundeliegenden Mechanismen spielt, unter anderem durch seinen Einfluss auf die Darmpermeabilität. Dies passt zur Beobachtung, dass die Barrierefunktion des Darms bei Psoriasis vermindert ist (18). All dies deutet darauf hin, dass eine Mikrobiomtherapie – wie etwa Probiotika – bei Psoriasis hilfreich sein kann. Pilotstudien zeigen tatsächlich günstige Effekte auf Entzündungsmarker und die Schwere der Symptome bei Psoriasispatienten (19,20).
References:
- https://doi.org/10.1017/S0007114516003354
- https://doi.org/10.3920/BM2016.0185
- https://doi.org/10.3390/nu12051284
- https://doi.org/10.1038/s41598-020-71113-8
- https://doi.org/10.26355/eurrev_201909_19024
- https://doi.org/10.1016/j.micpath.2016.02.005
- https://doi.org/10.3389/fcimb.2018.00372
- https://doi.org/10.3390/nu12092808
- https://doi.org/10.3945/jn.116.236919
- https://doi.org/10.1007/s00394-016-1180-6
- https://doi.org/10.1097/MPG.0000000000001520
- https://doi.org/10.1016/j.berh.2020.101494
- https://doi.org/10.3390/pathogens9060463
- https://doi.org/10.1016/S0140-6736(14)61909-7
- https://doi.org/10.3390/ijms20061475
- https://doi.org/10.3390/ijerph15071486
- https://doi.org/10.1016/j.jaad.2015.01.004
- https://doi.org/10.3390/microorganisms7110550
- https://doi.org/10.4161/gmic.25487
- https://doi.org/10.2340/00015555-3305
