Zwei neue Stämme
Das Microbiome Center sucht weltweit kontinuierlich nach interessanten neuen Substanzen und Bakterienstämmen, die Sie in der Mikrobiomtherapie einsetzen können. Wir haben zwei neue, sporenbildende probiotische Stämme zu unserem Angebot hinzugefügt.
Der erste ist ein Bacillus clausii, der aufgrund seiner Sporenbildung sehr stabil ist und eine ausgezeichnete Magen-Darm-Passage übersteht (1). Dieser Stamm wurde klinisch bei Durchfall untersucht (2,3). Es gibt zudem erste Hinweise auf eine mögliche Wirkung bei Urämie (4) sowie auf eine hemmende Wirkung gegenüber dem pathogenen Bakterium Bacillus cereus (5).
Der zweite Stamm ist ein Bacillus coagulans. Dieser zeigte in einer gut durchgeführten randomisierten kontrollierten Studie eine deutliche Wirkung bei Verstopfung (6). Zudem gibt es mehrere klinische Studien, die einen positiven Effekt bei Reizdarmsyndrom (IBS) nahelegen (7–9). Für das damit häufig verbundene Symptom Bauchschmerzen gibt es ebenfalls Hinweise auf eine positive Wirkung, wenngleich die Datenlage weniger einheitlich ist (7–12). Darüber hinaus gibt es einige Hinweise aus klinischen Studien auf eine Wirksamkeit bei u.a. SIBO (13) und bakterieller Vaginose (bei oraler Anwendung) (14).
Weitere Informationen zu diesen und allen anderen Inhaltsstoffen finden Sie im MC-Behandlungsnetzwerk unter dem (i)-Symbol bei den Zutaten.
Weitere Hinweise auf die Rolle des Mikrobioms bei Multipler Sklerose
Es gab bereits verschiedene Hinweise darauf, dass das Darmmikrobiom bei der Entstehung der Multiplen Sklerose (MS) eine Rolle spielt, etwa durch bakterielle Substanzen im Blut und das Vorhandensein von Bakterien im Gehirn verstorbener Patienten (15). Eine kürzlich veröffentlichte Studie liefert nun einen weiteren Hinweis: Bei MS-Patienten wurde Immunglobulin A (IgA) in der Liquorflüssigkeit nachgewiesen (16). Außerdem fand man B-Zellen mit IgA-Expression im Gehirn verstorbener Patienten, vor allem in Bereichen mit Läsionen. Auffällig war, dass die IgA-exprimierenden B-Zellen in der Liquorflüssigkeit zwar auf Darmbakterien, nicht jedoch auf Antigene des Gehirns reagieren. Dies deutet darauf hin, dass diese B-Zellen aus dem Darm stammen und in die Liquorflüssigkeit migriert sind.
Diese Studie legt nahe, dass in der aktiven Phase der MS B-Zellen, die auf Darmbakterien reagieren, in die Liquorflüssigkeit und das Gehirn einwandern und dort aktiv sind. Es erscheint plausibel, dass die Darmbarriere hier eine zentrale Rolle spielt. Immunmodulierende probiotische Stämme könnten möglicherweise Einfluss auf diesen Prozess nehmen, und erste Tier- und Humanstudien mit Probiotika zeigen erste vorsichtig positive Effekte (17).
References:
- https://doi.org/10.3389/fmicb.2020.01010
- https://doi.org/10.3920/BM2018.0094
- https://doi.org/10.3920/BM2012.0034
- https://doi.org/10.1007/s12602-019-09540-x
- https://doi.org/10.4014/mbl.1903.03005
- https://doi.org/10.1007/s12602-019-09542-9
- https://doi.org/10.3920/BM2017.0129
- https://doi.org/10.1038/s41598-019-48554-x
- https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4129566/
- https://doi.org/10.5812/ircmj.17(4)2015.23844
- https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4285933/
- https://www.researchgate.net/publication/282188545_Efficacy_of_Bacillus_coagulans_strain_unique_IS-2_in_the_treatment_of_patients_with_acute_diarrhea
- https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4311312/
- https://doi.org/10.1007/s12088-011-0233-z
- https://dev.studioboszkers.nl/microbiome-center/Medici/MS-Parkinson-Alzheimer/
- https://doi.org/10.1126/sciimmunol.abc7191
- https://doi.org/10.1186/s12974-019-1611-4
